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12.11.2020

Trumps Präsidentschaft aus Change-Perspektive

Die Wahlen in den USA bewegten das Land und die ganze Welt. Auch hier in Deutschland fieberten die Menschen mit. Sie verfolgten gebannt den Wahlkrimi, bis dann endlich feststand, dass Joe Biden Donald Trump ablösen wird. Und dieser damit nach nur einer Amtszeit abgewählt wurde. Trump versucht nun noch mit einem Rechtsstreit das Ruder herumzureißen, jedoch mit wenig Aussicht auf Erfolg – mehrere seiner Klagen wurden bereits abgewiesen.

Bereits 2017 habe ich in dem Beitrag „DAS US (ANTI)-BEISPIEL FÜR „GREAT“ CHANGE“ die Change-Kompetenz von Donald Trump unter die Lupe genommen und dabei erläutert, dass Trump aus Change-Perspektive sogar vieles richtig macht, er jedoch letztendlich scheitern wird, da er wichtige Aspekte außer Acht lässt. Nun stellt sich heraus, dass er tatsächlich nicht erfolgreich war. Zeit heute noch einmal Resümee zu ziehen.

Trumps Präsidentschaft aus Change-Perspektive

Zu allererst betone ich, dass ich seine Präsidentschaft und die gescheiterte Wiederwahl auch als ein Scheitern des von ihm forcierten Change bewerte. Jedoch war es knapp und wird die Bevölkerung in den USA auf lange Zeit nachhaltig bewegen. Fast wäre ihm ein echter Change gelungen. Da stellt sich natürlich die Frage, ist der Change tatsächlich komplett gescheitert?

Was ihm gelungen ist, ist ein Change in der Bevölkerung. Er hat es geschafft:

  • die Konservativen in den USA nachhaltig zu stärken und zu einen,
  • die Wahlbeteiligung zu steigern
  • und auch wenn es sicherlich nicht sein Change-Ziel war, ist es ihm gelungen eine starke Gegenbewegung in Gang zu setzen.

Er hat es geschafft, dass die kontroversen Meinungen und Sichtweisen in den USA offen ausgetragen werden. Und das ist grundsätzlich eine gute Bewegung.

Jedoch ist er nicht wiedergewählt worden. Die letzten fünf Präsidenten konnten dagegen ihr Amt verteidigen und wurden wieder gewählt – bis auf George Bush I. Insbesondere als Amtsinhaber ist das also eine herbe Niederlage, da dieser immer einen Vorteil gegenüber dem Herausforderer hat.

Das machte Trump als Change-Manager richtig

Bereits 2017 war zu sehen, was er „richtig“ machte – aus Change-Perspektive:

  • Er definierte das Ziel, den Sinn und den Rahmen für die Umsetzung
  • Er gewährleistete eine zielführende Zusammensetzung des Projektteams
  • Er machte schwierige Themen sprachfähig (der Ton des Dialogs sei dahingestellt)
  • Er stellte die für die Erreichung der Ziele benötigten Ressourcen bereit
  • Er stellt Routinen und Konventionen in Frage und provoziert so gegebenenfalls neue Perspektiven und Lösungen

Für seine Wählerschaft hat er erreicht, was er versprochen hatte – in dem Rahmen, der in vier Jahren möglich erscheint. Er strebte in diesen vier, die Welt bewegenden, Jahren sein oberstes Ziel „America first“ konsequent und skrupellos an. Die globalen oder auch nationalen Konsequenzen nahm er in Kauf.

Das macht in gewisser Weise auch einen guten Change-Manager aus. In jedem Change gibt es Widerstände. Diese gilt es auszuhalten und das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.

Daran scheiterte sein Change-Management

  • Er lehnte das bisher Erreichte und Aufgebaute in Gänze ab
  • Er lehnte echte Impulse und den neutralen Blick von außen ab
  • Er ließ keinen konstruktiven Dialog bei Meinungsunterschieden zu
  • Er ignorierte andere Interessengruppen und systemische Zusammenhänge
  • Die Integrität ALLER Beteiligten wurde nicht gewahrt
  • Er plante und setzte um – allerdings im Alleingang
  • Er ließ keine Revisionen zu. Diejenigen, die eine vornahmen, wurden aus dem Change-Projekt entfernt.

All das schrieb ich bereits 2017 und genau diesen Weg beschritt er konsequent weiter. Ein Change ist jedoch nur dann erfolgreich, wenn der Change-Manager die Gegebenheiten immer wieder bewertet und iterativ neu agiert und seine Richtung anpasst. Die Maßnahmen und Methoden sollten sich den Gegebenheiten anpassen und die Adaption erreicht dann ein Ziel, hinter dem alle stehen.

Die Möglichkeiten, die sich aus Trumps Präsidentschaft ergeben

Nur mit einer soliden Mehrheit und einer Unterstützung dieser ist eine Bewegung nachhaltig möglich. Trump hat eine Basis geschaffen, auf der sich die USA jetzt neu definieren können. Er hat dankenswerterweise nicht sehr nachhaltig agiert, denn viel von dem, was er per Dekret erlassen hat, lässt sich eben auch schnell wieder per Dekret ändern.

Donald Trump hat es geschafft, dass die Gegenbewegung enorm an Kraft gewonnen hat und letztendlich stärker war als seine Change-Bewegung und die Anhänger dieser. Das macht das Change-Vorhaben für alle, die einen echten Change in den USA wünschen, wiederum erfolgreich. Denn es hat die Menschen geeint und zur Aktion getrieben, die sich bisher rausgehalten haben.

Ich hoffe, dass die USA diese Chance zum Change ergreifen.

 


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