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30.09.2020

Entlohnung für Wertschöpfung und nicht für Leistung

In der aktuellen Zeit kommt immer häufiger die Frage auf „Ist Bezahlung nach Zeit noch angemessen?“. Meine These ist, dass in der Zukunft gilt: „Entlohnung für Wertschöpfung und nicht für Leistung“. Diese Diskussion ist nicht neu. Sie ist mindestens so alt wie die Bibel. Die Geschichte vom Gleichnis der Arbeiter im Weinberg (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Gleichnis_von_den_Arbeitern_im_Weinberg) regt immer wieder zu verschiedensten Diskussionen an.

Aktuell sind alle offiziellen Regularien darauf ausgelegt, dass Arbeitnehmer ihren Lohn gemäß der eingesetzten Zeit erhalten. Dies erfolgt unabhängig von der erbrachten Leistung oder auch der entsprechenden Wertschöpfung. Meistens ist diese Diskussion von ganz viel Neid geprägt. Sie entzündet sich häufig an den Vorstandsgehältern oder dem Einkommen von Sportlern.

Und nun schauen wir auf „Leistung“

Wir leben in einer Leistungsgesellschaft. Im Handwerk wird schon lange das Produkt bezahlt, der Haarschnitt, die Strähnchen, der Hausbau,…

Und manchmal wir nach Zeit bezahlt: wenn die Leistungen nicht eindeutig sind.

Stimmt das so? NEIN. Jedes Angebot im Handwerk basiert auf einer Annahme der Zeit, die für die jeweilige Leistung benötigt wird.

Was ist denn Leistung überhaupt. Auch hier habe ich Wikipedia zu Rate gezogen:

Unter Arbeitsleistung versteht man in der Wirtschaft das durch Arbeitspersonen innerhalb der Arbeitszeit erbrachte Arbeitsvolumen als Arbeitsergebnis mit einer bestimmten Arbeitsqualität.

Es gibt so viele verschiedene Definitionen von Leistung, dass ich mich für Arbeitsleistung entschieden habe. Denn eigentlich geht es doch um die Arbeitsleistung und die entsprechende Entlohnung.

Entlohnung für Leistung, um zu (Über-)leben

Schauen wir in die Vergangenheit. Entlohnung ist der notwendige Bestandteil in einem Leben, um zu Überleben. Die Entlohnung finanziert das eigene Leben und gibt den Rahmen vor für den eigenen Lebensstandard. Entlohnt wurde die jeweilige Leistung, die erbracht wurde. Die Leistung hing und hängt teilweise noch immer von den eigenen Kompetenzen und dem Bildungsgrad ab, jedoch auch von dem eigenen Engagement und der Qualität. Und dieser Weg stand jedem offen. Genau das ist mitten in einer Veränderung (Mehr dazu).

Die Automatisierung rationalisiert die einfachen Tätigkeiten weg und sichert die Qualität unserer Leistungen. Die gute Botschaft ist: Die Automatisierung erleichtert uns das Leben immens und schafft den Menschen die Möglichkeit älter zu werden und gesünder zu leben. Wir erhalten mehr Freizeit und damit auch mehr Zeit für Kreativität und die eigene Entwicklung.

Heute hängt Entlohnung auch von dem Grad des Entertainments und den Followern ab. Das bezieht sich nicht nur auf Instagram und Co., sondern auch auf Aktien und Sportveranstaltungen.

Nimmt man dieses „Entertainment“ als wertvoll für die Gesellschaft, dann erfolgt auch hier eine Wertschöpfung.

Was bedeutet denn „Wertschöpfung“?

Mir gefällt die Definition von Wertschöpfung sehr gut, die ich in Wikipedia gefunden habe:

Grundsätzlich lässt sich zwischen Werten unterscheiden, die für den Menschen mit bestimmten äußeren Gütern und Besitztümern verbunden sind, dem sogenannten „bonum physicum“ (physisches Gut) und dem sogenannten „bonum morale“ (sittliches Gut), das mit subjektiven Wertvorstellungen des einzelnen Menschen und seiner inneren Befriedigung und Glückssuche eng verknüpft ist. Auf letztere zielt die ethische Wertschöpfung. Geht es im Wirtschaftssektor vornehmlich um die Absichten und Vorgänge des Gewinnzuwachses und der Gewinnmaximierung, also um eine Form des „Habens“, so handelt es sich im Bereich der Ethik um ideelle Werte, eine Form des existenziellen „Seins“.

Unter Betrachtung dieser Definition rückt die Frage „Welchen Wert bringen uns Spitzensportler?“ in eine neue Perspektive. Dann kann mit Fug und Recht gesagt werden: einen sehr, sehr hohen, denn Sie bringen Millionen Menschen teilweise wöchentlich ein ausgeprägtes Glücksgefühl.

Welche Werte sind in der Zukunft wichtig?

Somit ist die Fragen, ob die Entlohnung für Leistung noch angemessen ist auch eine Frage nach unseren Werten. Welchen Wert hat das Engagement in einem Verein oder die Bereitschaft anderen Menschen zu helfen? Ist es notwendig, Leistungen und Engagement zu vergleichen? Ist der Trainer der Kindermannschaft nicht notwendig für die späteren Spitzensportler? Was ist gerecht und was ist fair? Sollten Menschen nicht unabhängig von der Tätigkeit und der Leistung Sicherheit haben und sich einen gewissen Lebensstandard leisten können? Und somit gilt für mich: Entlohnung für Wertschöpfung und nicht für Leistung!


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