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25.05.2021

Wandel in der Kirche – Ist der Druck groß genug?

Die Kirche ist die älteste institutionalisierte Organisation der Menschheit. Der Begriff „Kirche“ bezieht sich in seiner Ursprungsform auf Organisationsformen von Religionen und findet seit Jahrhunderten überwiegend Anwendung auf Religionsgemeinschaften einer christlichen Konfession 

Viele wünschen sich in der heutigen Zeit eine Veränderung, denn viele der Glaubensgrundsätze der christlichen Kirche passen nicht zu den evolutionären Entwicklungen der Moderne. Ob es die gleichgeschlechtliche Liebe, Gleichberechtigung oder die Würde des Menschen ist, die Kirche hat eine eigene Meinung zu diesen Themen, die viele Menschen als nicht mehr zeitgemäß empfinden. Der Druck steigt, jedoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Kirche in ihren Grundfesten verändert, gering. 

Veränderung geht nur Top-Down

Demokratien sind darauf ausgelegt, dass die Mehrheit sich durchsetzt, und dort sind Veränderungen „Bottom-up“ möglich. In hierarchischen Organisationen, wie die Kirche eine ist, funktioniert das nicht. Und es gibt keine hierarchischere Organisation als die Kirche, denn der Grundsatz lautet: Gott steht über allem.  Somit ginge eine Veränderung nur über die eingesetzten Vertreter Gottes. 

Da es in der Kirche keinen wirklichen Freiraum für einzelne Zweige der Hierarchie gibt, muss die Veränderung ganz oben initiiert werden. Von dort ist sie auch kontinuierlich und konsequent verfolgt werden. Organisationen zu verändern, erfordert die Fähigkeit, auf die jeweiligen Gegebenheiten situativ zu reagieren, d.h. iterativ vorzugehen. Um jedoch situativ zu reagieren, ist eine Transparenz über die Veränderung unumgänglich. Damit geht eine Veränderung in diesem Ausmaß – weltweit – nur erfolgreich mit einer entsprechenden Veränderungsarchitektur. 

Jede Veränderung bearf eines Zielbildes

Im organisationalen Change ist es ein essentieller Erfolgsfaktor, dass vor Beginn der Veränderung ein gemeinsames Zielbild entwickelt wird. Welches neue Zielbild will sich die Kirche geben? Wer sollte dieses erarbeiten? Oder geht es nur um das Ziel mehr Mitglieder für meine Organisation zu gewinnen bzw. weniger zu verlieren? 

Sobald Klarheit über dieses Zielbild besteht, gibt es zahlreiche Wege und Möglichkeiten, um dieses zu erreichen. Jedoch beinhalten alle Wege die Einbindung der Menschen in der Kirche. Es wäre eine Veränderung möglich, jedoch ist sie auch gewollt? 

Ist der Druck groß genug?

Eine Veränderung zu initiieren, braucht einen Anlass, eine Ausgangssituation, die von den Entscheidern nicht mehr getragen werden will. Und der Wille zur Veränderung sollte so groß sein, dass er die Entscheider und Treiber der Veränderung auch die aufkommenden Widerstände überwinden lässt. Hat die Kirche diesen Druck? Es haben in den letzten Jahren viele Menschen der Kirche den Rücken zugekehrt, jedoch nicht dem christlichen Glauben an sich. Dennoch hat die Kirche noch Milliarden von Anhängern und Mitgliedern. Die Bedürfnislage ist sehr divers und das Beharrungsvermögen ist hoch. 

Hat die Kirche noch einen Markt?

Hier gibt es zwei Seiten zu betrachten. Die Bewegung in der westlichen Welt geht immer mehr hin zur Integration von Spiritualität und christlichen Werten in das eigene Leben. Eigentlich gute Voraussetzungen für eine christliche Religionsgemeinschaft. Jedoch hat die Kirche ihre Glaubwürdigkeit und ihr Vertrauen verloren. Gleichzeitig schicken Eltern ihre Kinder in die Organisation der alten Kirche. Und Menschen, deren Sein nicht von der Kirche anerkannt wird,  wünschen sich ihren Segen. All das spricht nicht für einen nahrhaften Boden für eine erfolgreiche Veränderung. Genau darüber habe ich auch als Change Expertin in der ARD Sendung „Echtes Leben“ gesprochen (ab Minute 19), die sich ausführlich mit diesem Thema befasst.


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